Die Lindhorst-Gruppe


Wer sind Lindhorst, GICON und Visiolar?

Die Lindhorst-Gruppe ist ein Agrarkonzern aus Niedersachsen, bei dem Renditemaximierung klar im Fokus steht und der sich neuerdings als Öko-Konzern präsentiert. Zu der Gruppe gehören Dutzende Firmen, Agrar- und Biogas-Gesellschaften, Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Gesundheitszentren und Immobilienfirmen. Auch der Agrarverbund Schulzendorf bei Wriezen, der auf 6.000 Hektar Intensivlandwirtschaft betreibt, ist Teil der Lindhorst-Gruppe.

Früher hat Lindhorst mit Massentierhandel (in den 1990er Jahren zählte er zu den führenden Viehhändlern Europas und transportierte massenhaft Schlachtrinder auf Schiffen in den Nahen Osten) und Landaufkäufen im Osten viel Geld gemacht.

Lindhorst verfügt also über Geld, Planungsbüros und Flächen und setzt derzeit voll auf den boomenden Wirtschaftszweig regenerative Energien. Und da heisst es nicht kleckern, sondern klotzen: es geht um Großprojekte mit hunderten Hektar.

In den Augen vieler Menschen steht die Lindhorst-Gruppe für eine Landwirtschaft, die auf Kosten von Natur und Umwelt geht. […] Seit einiger Zeit steuert die Gruppe um und präsentiert sich als Öko-Konzern. „Wir denken grün“, heißt es auf der Webseite. Aber wer den Strängen des Firmennetzwerks folgt, bekommt einen anderen Eindruck. Die Recherche führt an Orte, an denen Moorböden absacken, Bäume verschwinden und Schafe neben Solaranlagen verenden.

Reportage auf correctiv.org: „Die Sonne, der Wald und das große Geld

Lindhorst bewirtschaftet in Ostdeutschland riesige Flächen mit minimalem Personal. Der Konzern sprach 2019 von 22.000 Hektar insgesamt und scheint die Anschaffung fruchtbarer Böden als Ausverkauf anzusehen.

Dabei hieß es noch vor nicht allzu langer Zeit: „Landwirtschaftliche Produktionsflächen werden in unseren Betrieben auch in Zukunft nicht für die Gewinnung von Solarstrom genutzt.“ Zumindest stand das bis 2017 auf der Webseite der Lindhorst-Gruppe.

Interessant auch: Das Waldgebiet in Hohensaaten wurde ausdrücklich zum Erhalt und als Jagdrevier verkauft! Der Vorbesitzer zeigt sich sehr bestürzt über die jetzigen Pläne, nachdem er so viel Zeit und Liebe in die Aufwertung des Waldes und den Schutz der Tiere dort investiert hat. Die Lindhorst-Gruppe steht hier nicht zu ihrem Wort. In Anbetracht der vielen weiteren Versprechungen rund um das geplante Projekt ist zu befürchten, dass auch einiges anders laufen wird als z.B. von den Stadtverordneten, die die Entscheidung treffen werden, angenommen wird.

Die Firma GICON-Großmann Ingenieur Consult GmbH wurde mit den Planungen zum „Energie- und Gewerbepark Hohensaaten“ beauftragt. Inhaber des Dresdner Planungsbüros ist Jochen Großmann, der als ehemaliger Technikchef des Hauptstadtflughafens BER 2014 wegen Bestechlichkeit und Betrugs rechtskräftig verurteilt wurde1. GICON ist auch an Planungen zu einem weiteren Solar-Kraftwerk bei Schleife (Mulkwitzer Hochkippen) beteiligt, wo auch riesige Waldflächen von der Rodung bedroht sind.

Die Visiolar GmbH ist Teil der Lindhorst-Gruppe und entwickelt Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Sie steht bei anderen Projekten wie z.B. in Gielsdorf2 in der Kritik. Die Recherche von correctiv.org3 führt an Orte, an denen Moorböden absacken, Bäume verschwinden und Schafe neben Solaranlagen verenden…

Eine Gemeinsamkeit haben die drei Firmen: sie gehen nicht auf Fragen der Presse ein und halten sich äußerst bedeckt, was ihre Unternehmungen betrifft.


1 https://www.tagesspiegel.de/berlin/korruption-am-ber-bewaehrungsstrafe-fuer-ex-technikchef-grossmann/10894902.html

2 https://www.pressreader.com/germany/maerkische-oderzeitung-strausberg/20181129/282218011850514

3 https://correctiv.org/aktuelles/klimawandel/2022/05/04/greenwashing-agrarkonzern-plant-solaranlage-und-will-dafuer-wald-roden/